Montag, 27. November 2023

Interview mit Toni Polster nach dem 2:0 Erfolg der österreichischen Nationalmannschaft gegen Deutschland

Reporter (strahlt über das ganze Gesicht): Servus Toni! Na, was sagst Du zu diesem fulminanten 2:0 Erfolg der österreichischen Mannschaft gegen unsere deutschen Nachbarn?

Polster (gespielt cool): Na gut. Was soll ich dazu viel sagen. Die deutsche Mannschaft war in einem erschreckend schwachen Zustand und die unsrigen haben sich wirklich bemüht, um das Länderspieljahr mit einem akzeptablen Ergebnis abzuschließen. Aber ehrlicherweise muss man schon sagen, dass man diese schwache deutsche Mannschaft schlagen, ja sogar aus dem Stadion schießen muss.

Reporter (etwas verwirrt): Also Du bist jetzt nicht unbedingt der Meinung, dass unser Team super gespielt und den Gegner ständig unter Druck gesetzt hat.

Polster (verächtlicher Blick): Bei allem nötigen Respekt, aber das war ja wohl, vor ausverkauftem Haus, das mindeste was man von unserer hoch überschätzten Mannschaft erwarten durfte.

Reporter (ein wenig verdattert): Na gut. Kommen wir zu ein bisserl einem anderen Thema. Warst Du nicht auch ein wenig überrascht, dass unser vielleicht wichtigster Spieler, der Marko Arnautovic, in diesem Match gar nicht eingesetzt wurde?

Polster (plötzlich sehr souverän): Nein gar nicht. Das war zwischen mir und dem ÖFB so abgesprochen.

Reporter (kennt sich gar nicht mehr aus): Bitte was? Was war da zwischen Dir und dem ÖFB so abgesprochen?

Polster (schulmeisterlich erklärend): Naja. Wie wir in Wahrheit ja eh alle wissen, gibt es diese furchtbare Ungerechtigkeit, dass drei Tore, welche ich einst für das Nationalteam geschossen habe, nicht in meiner Tor-Statistik aufscheinen. Das ist eine zum Himmel stinkende Ungerechtigkeit. Ich habe deshalb auch schon einen Anwalt eingeschaltet, damit ich diese drei Tore dazu gezählt bekommen tue, aber das wird nicht einfach.

Reporter (unterbricht Polster): Moment einmal Toni. Du sprichst da von Länderspielen, welche nie offizielle Länderspiele waren und bei einem davon ist so oft ein- und ausgetauscht worden, dass der Alfred Drabits z. B. damals ausgetauscht und ein wenig später sogar wieder eingetauscht wurde. Das kann man doch unmöglich als echtes Länderspiel durchgehen lassen!

Polster (verärgert): Jo, eh wuascht! Ich habe mir, weil diese unglaubliche Ungerechtigkeit anscheinend ja doch siegt, mit dem ÖFB eben ausgemacht, dass man von Seiten des ÖFB alles unternehmen muss, damit ich trotzdem noch mindestens bis in alle Ewigkeit, der ewige ÖFB-Rekord-Torschütze bleibe und dazu gehört nun einmal, dass der Marko Arnautovic keine Sekunde eingesetzt werden darf, wenn ein leichter Gegner am Spielplan steht.

Reporter (etwas schockiert): Und dazu gehört Deiner Meinung nach also Deutschland?!?

Polster (grantig und deshalb immer mehr im Dialekt sprechend): Na oba so wos von sicher! Geh bitte, wenn der Marko die Chancen ghobt hättat wos der Gregerl ghobt hot, dann hätt er den Deitschn drei Tiarln geschossn!

Reporter (versucht es noch einmal ruhig): Gegen wen, darf denn der Arnautovic, Deiner Meinung nach, in Zukunft noch spielen? Welche Gegner wären das?

Polster (klar und souverän): England, Frankreich und Spanien.

Reporter (einmal mehr überrascht): Und sonst?

Polster (sehr aufgebracht): Na nix Oida! Glaubst i bin deppat und loss eam gegen die gaunzn Looser spün?!?

Reporter (beinahe flehentlich): Aber Toni! Ganz Österreich wünscht sich doch eine erfolgreiche Europameisterschaft. Wie stellst Du Dir das vor, wenn wir in fast allen Spielen auf den Marko verzichten?

Polster (trotzig): Kennen eh ollas gwinna und Europameister werdn. Passt eh! Sie miassn hoit nur schaun, dass imma a aundera des Goal mocht. Der Baumgartner geht ma a scho am Zaga! In de letztn drei Joar hot er elf Tore gschossn und der is no jung! Oba guat, er kaun si jo a no a poar moi verletzn.

Reporter (völlig verärgert): Also Toni! So kenne ich Dich doch gar nicht! Du bist ja so was von egoistisch!

Polster (wütend): Na und! Des is mei Rekord! Für immer und olle Ewigkeit!

Reporter (an zwei Securitys gerichtet): Geh bitte trogts eam weg! Des is jo furchtboar! I hoit eam nimma aus.

Unter lautstarkem Protest vom Toni, wird dieser nunmehr von den beiden Securitys vom Spielfeldrand in die VIP-Lounge getragen, wo er mit reichlich Alkohol, seinen Kummer mit Bundeskanzler Nehammer und Vizekanzler Kogler ertränkt.


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